Zum Projekt

Die Zukunft der Arbeit braucht innovative Ideen. In Regionen wie der Lausitz wird dieser Anspruch durch den initiierten Strukturwandel noch dringender. Eine Struktur nachhaltig zu wandeln erfordert das Zusammenspiel vieler verschiedener Partner. Das Forschungsprojekt „PerspektiveArbeit Lausitz“ bringt Institutionen zusammen, die besonders den Wandel der Arbeitswelt zu ihrer Sache machen und die im Süden Brandenburgs und im Nordosten Sachsens gemeinsam durch KI gestützte Arbeit umsetzen wollen.

Das Kompetenzzentrum PAL ist dabei nicht an einem bestimmten Ort in Südbrandenburg oder Nordsachsen verankert, sondern wird seine Lösungen über verteilte Orte demonstrieren und dazu informieren. Hier können Interessierte aus Wirtschaft, Politik und Bürgerschaft Künstliche Intelligenz für die Praxis erleben und ausprobieren. Künstliche Intelligenz kommt bereits in der heutigen Arbeitswelt zum Einsatz, beispielsweise dort,wo Mensch und Anlage ohne trennende Schutzgitter oder klassische Programmierung zusammenarbeiten, wenn Algorithmen und Visualisierung die Entscheidungen in der Produktionsorganisation unterstützen oder wenn Erfahrungswissen im Unternehmen digital verfügbar wird.

Damit diese Systeme in unserer schnelllebigen Informationsgesellschaft nicht noch mehr Stress erzeugen, wird im Kompetenzzentrum PAL an der menschengerechten Gestaltung der Arbeit und ihrer Vereinfachung geforscht. Wichtige Anwender sind die regionaltypisch starken Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, die Elektrotechnik und produktionsnahe Dienstleistungen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert ab 1. November 2021 für fünf Jahre die nachhaltige Lösungssuche für die Arbeit der Zukunft in der Lausitz. Vier Hochschulen, die BTU Cottbus, die TU Dresden, die Hochschule Mittweida und Westsächsische Hochschule Zwickau sowie 23 Unternehmen und Verbände aus Sachsen und Brandenburg bündeln ihre Kompetenzen mit dem Ziel, Arbeit in der Lausitz durch Systeme der künstlichen Intelligenz (KI) effektiv, attraktiv und gesünder zu machen.

Projektlaufzeit: 01.11.2021 bis 31.10.2026

gefördert von:

Ziele des Forschungsprojekts PAL sind der Aufbau und die Etablierung branchenübergreifender Demonstrationszentren in Form von Living-, Learning-, Innovation- und Mobile-Labs. Diese Labs, bei denen die Arbeit des Menschen im Mittelpunkt steht, bieten in ihren unterschiedlichen Ausrichtungen Möglichkeiten, innovative Technologien wie KI-basierte Assistenzsysteme zu erfahren oder neue didaktische Methoden zur Kompetenzentwicklung zu erleben. Sie sollen dezentral als Teile des zukünftigen Kompetenzzentrums in den Regionen Sachsen und Brandenburg, auch in Form einer Online-Plattform, aufgebaut werden, wobei sich ihre Ausrichtungen an den Bedürfnissen Lausitzer Unternehmen orientieren.

Die zunehmende Digitalisierung in betrieblichen Prozessen und die Reorganisation von Arbeitsformen und Arbeitsverhältnissen bedarf angepasster Arbeitssysteme. Zur Schaffung zukunftsfähiger und attraktiver Arbeitsplätze bringt die Hochschule Mittweida (HSMW) im Projekt ihre Kompetenzen im Bereich anwendbarer, interpretierbarer KI für die Entwicklung von Methoden sowie Technologien zur Arbeitssystemgestaltung und technologieorientierten Wissensentwicklung ein. Dabei liegt der Fokus zum einen auf der Gestaltung der Arbeitsinhalte und Arbeitsplätze in der Montage sowie zum anderen auf der Gestaltung kooperativer, hybrider Arbeitssysteme (Mensch – Roboter/ Maschine) und deren ergonomischer Bewertung.

Mit dem Stress, ausgelöst durch die digitale Reizüberflutung in der Arbeitswelt, befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fachgebietes Arbeitswissenschaft / Arbeitspsychologie (Awip) im Teilprojekt der BTU Cottbus-Senftenberg. Hohe Datenmengen in digitalisierten Prozessen, beispielsweise in der Produktion oder Logistik, erschweren das effiziente Handeln der Mitarbeitenden. Diese Effizienz trägt entscheidend zum Erfolg von Unternehmen bei und wirkt sich auf die Gesundheit des Einzelnen aus.

Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) bündelt ihre Kompetenzen im Bereich Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutz und Künstliche Intelligenz. Ziel des fünfjährigen Projektes ist es, detaillierte Informationen zu physischen und psychischen Belastungen und deren Folgen bei Arbeitstätigkeiten zu analysieren und zu verbessern. Die Forschungsergebnisse sollen durch Entwicklung einer integrativen Lernplattform allen Interessierten zugänglich sein. Neben Schwerpunkten von Arbeitsgestaltung und Arbeitsschutz sollen auch die Anwendung von Künstlicher Intelligenz als Hilfsmittel zur Analyse, Bewertung und Assistenz für die Gestaltung von Arbeitsprozessen zur Verfügung gestellt werden.

Wissenschaftler:innen der TU Dresden entwickeln und implementieren im Rahmen des Projektes gemeinsam mit Anwendern in Unternehmen KI-Lösungen mit dem Ziel, insbesondere für wissensintensive Dienstleistungen und Wertschöpfungsprozesse in KMUs zukunftsorientierte, gesundheits- und lernförderliche Arbeit zu gestalten. Außerdem stehen Vorgehensweisen im Fokus, die für Menschen in der zweiten Lebenshälfte des Erwerbslebens, den Einstieg in die Arbeit mit KI-Assistenzsystemen begleiten.