Bei der Transferveranstaltung von PerspektiveArbeit Lausitz (PAL) am 7.7.2022 in Bischofswerda wurden regionale Entwicklungspotentiale sowie Umsetzungsvorhaben im Bereich datengestützter Assistenzsysteme vorgestellt.

Die Vorteile datengestützter Assistenzsysteme, bis hin zu Künstlicher Intelligenz, für das eigene Unternehmen nutzbar zu machen, ist angesichts der Herausforderungen von Fachkräftemangel und Ressourcenoptimierung wichtiger denn je. Darum ging es auch bei der Transferveranstaltung von PerspektiveArbeit Lausitz, bei der Unternehmensvertreter mit den Beteiligten aus Wissenschaft und Praxis ins Gespräch kommen konnten.

Eröffnung der Veranstaltung durch den Projektkoordinator Prof. Dr. Leif Goldhahn

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Projektkoordinator Prof. Dr. Leif Goldhahn von der Hochschule Mittweida. In PAL gehe es vor allem um eine zukunftssichere Aufstellung der Region Lausitz durch Weiterentwicklung betrieblicher Produktionsprozesse und attraktive Arbeitsplätze, so Goldhahn. „Hierbei kann sich die Region auf ihre Wandlungsfähigkeit verlassen“, war sich Manuel Saring von der Wirtschaftsförderung Bischofswerda sicher, der auf die Veränderungsfähigkeit der Lausitzer Unternehmen hinwies, die bereits vorangegangene Umbrüche gemeistert haben. Frau Dr. Friederike Haase vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg sicherte Unterstützung zu und regte den Ausbau der bundeslandübergreifenden Zusammenarbeit an. Frau Dr. Maria Zevaco vom Karlsruher Institut für Technologie als unterstützender Projektträger gab Einblicke in die Vernetzung der deutschlandweit verteilten Kompetenzzentren, die die Einführung digitaler Assistenzsysteme in KMU unterstützen.

Was in PAL konkret gelingen soll, wurde in kurzen Projektblitzlichtern vorgestellt. Die Vortragenden aus Wissenschaft, Unternehmensführung sowie Netzwerk zeigten die Bandbreite der Schwerpunktprojekte, darunter

 

    • Gestaltung und Bewertung ergonomischer hybrider Arbeitssysteme für Montagearbeitsplätze
    • Entscheidungsunterstützung in der Zerspanung
    • Werkzeuge zur Aufnahme und Digitalisierung von Mitarbeiterwissen
    • Automatisierte Vorschläge von Handlungsalternativen
    • Möglichkeiten zur Vereinfachung der Variantenvielfalt in der Produktion durch Modularisierung
    • Technische Umsetzung von Lösungen zur Verbesserung von Sicherheit und Ergonomie an Arbeitsplätzen

Fachlicher Austausch während der Posterausstellung

Deutlich wurde, dass Unternehmen, Wissenschaft und Multiplikatoren an einem Strang ziehen, um die individuellen Lösungen auch auf andere betriebliche Herausforderungen anwendbar zu machen. Die Schwerpunkte im Projekt bauen daher aufeinander auf und profitieren von der good practice der teilnehmenden Firmen.

Auf der rechten Seite finden Sie einen Einblick in die Schwerpunktprojekte.

Demonstrator der SQL Projekt AG

Demonstrator Wandelbots

Welche betrieblichen Lösungen bereits zur Anwendung kommen, demonstrierten Petra Hoske mit dem TracePen von Wandelbots sowie Hadja Wagner und Benjamin Krüger von der SQLProjekt AG mit ihrer Plattform TRANSCONNECT®. Anliegen im Projekt ist die Entwicklung und Übertragung von betrieblichen Lösungen, die auch kleine Unternehmen ohne IT-Abteilung anwenden können.

Auf die besonderen Herausforderungen der Personalentwicklung wiesen Personalvorstand Jörg Waniek von der LEAG AG sowie Netzwerkerin Gabriele Witschorke von EEPL in der Podiumsdiskussion hin. Auch in den Gesprächen zwischen den Teilnehmenden wurde deutlich, dass eine technologische Umrüstung allein nicht ausreicht, um den Anschluss am Markt nicht zu verlieren. Vielmehr bedarf es eines Kulturwandels des ganzen Unternehmens. Die neuen Technologien, vor allem datengestützte Assistenzsysteme wie KI, bringen neue Anforderungen an Mitarbeitende und Führungskräfte mit sich. Kommunikation und Zusammenarbeit im Unternehmen geraten somit in Bewegung und werden im Verbundprojekt PAL prozessbegleitend weiterentwickelt.

Podiumsdiskussion

Internes Projekttreffen am 06.07.2022

Zur Zusammenarbeit der Planer und Ingenieure mit den Gestaltern trafen sich die Beteiligten bereits am Vortag zu einem internen Projektgespräch. Die agilen Arbeitsgruppen präsentierten die Grundsätze der gemeinsamen Arbeit und tauschten gelungene Beispiele der Arbeitsgestaltung aus. Betriebsnahe und effiziente Lösungen für Unternehmensleitung und Mitarbeitende stehen dabei an erster Stelle. Deshalb spiegelt sich im Leitbild der Grundriss der Lausitz über die Grenzen von Brandenburg und Sachsen hinweg.

Besonders beeindruckt waren die Teilnehmenden vom Firmenbesuch bei der Trumpf Sachsen GmbH in Neukirch als Teil des internen Projekttages. Beim gemeinsamen Rundgang durch die hochmodernen Produktionshallen tauschten sich die Fachleute aus der Wissenschaft mit Forschungsleiter Andreas Hultsch zu Variantenvielfalt in der Produktion und den Zielen des Ausbaus von datengestützten Assistenzsystemen aus. Eine relevante Leitlinie bei der Produktentwicklung ist neben Qualität und Schnelligkeit auch eine kompetenzfördernde Gestaltung für Mitarbeitende. Partnerschaftlich werden diese Ziele mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in PAL weiterentwickelt, um auch weiterhin als Vorreiter am Markt für smarte Produktionstechnik agieren zu können.

Der Projektverbund zu Gast im Werk der Trumpf Sachsen GmbH

Die an den beiden Projekttagen getroffenen Vereinbarungen legen die Grundlage für die kommenden Monate. Fachleute aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis vereinbarten, die gegenseitige Zusammenarbeit weiter zu vertiefen, sodass die Unternehmen frühzeitig von den erarbeiteten Lösungen profitieren können. Die Transferveranstaltung von PerspektiveArbeit Lausitz bot somit die geeignete Plattform für die strategische Verschränkung der betrieblichen KI-Lösungen für die Lausitz. Bischofswerda als Tor zur Region bot hierfür einen passenden Rahmen, um Veränderungsbereitschaft und Innovationskraft gemeinsam weiterzuentwickeln.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der PAL-Transferveranstaltung am 07.07. in Bischofswerda

In einem weiteren Beitrag finden Sie ein Video mit Impressionen der Veranstaltung.

 

Fotos: Franz Lermer

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