Gesprächspartner: Uwe Gäbler, Infineon Technologies Dresden GmbH & Co. KG, Senior Director Development Center

Im Unternehmen seit Mai 1997.

Uwe Gäbler leitet das Infineon Entwicklungszentrum für Automobilelektronik und Künstliche Intelligenz in Dresden. Er verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Management- und Projekterfahrung sowie technische Expertise in der Halbleiterindustrie, Innovation und angewandter Forschung. Im DC Dresden werden Chips und Systeme für Automobil-, Industrie- und Verbraucheranwendungen entwickelt und charakterisiert. Ein zentraler Fokus liegt auf Lösungen für Embedded und Edge AI, Hardware, Software und Services.

Uwe Gäbler ist einer von zwei fachlichen Ansprechpartnern des Arbeitskreises

Neben Ihrer Haupttätigkeit sind Sie nebenberuflich bei Silicon Saxony e.V. tätig. Wie kann man sich Ihre Arbeit dort im Arbeitskreis KI vorstellen?

Uwe Gäbler: Zunächst, Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Technologietrend unserer Zeit und kann viele Herausforderungen von Heute und Morgen lösen.  Silicon Saxony steht für Expertise in den Bereichen Hardware, Software, Mikroelektronik. Es liegt daher nahe, dass wir eine Plattform anbieten, auf der unsere Mitglieder gemeinsam über solche Herausforderungen diskutieren, Lösungsansätze finden und Themen vorantreiben, auch gerade in Richtung Politik. Das macht letztlich der Arbeitskreis, präziser, das Kernteam im Arbeitskreis. Wir treffen uns einmal im Monat und diskutieren beispielsweise Herausforderungen oder Anwendungen solcher neuen Technologien, wir planen Veranstaltungen, mit denen wir dann die Themen einem breiteren Kreis präsentieren oder diskutieren mit Vertretern der Politik Lösungsansätze.

Seit wann gibt es diesen AK KI bzw. seit wann leiten Sie diesen AK?

Uwe Gäbler: Ich habe den Arbeitskreis mit initiiert und leite ihn, zusammen mit Kollegen – aktuell Dr. Peter Schneider, seit 2019.

Was macht der KI-Arbeitskreis und wer ist Mitglied in diesem?

Uwe Gäbler: Im Rahmen des Arbeitskreises soll die KI-Entwicklung in Sachsen vorangetrieben werden. Es gilt, das bereits umfangreiche Wissen am Standort und nicht zuletzt im Netzwerk Silicon Saxony zu teilen und zu erweitern. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich Edge und Embedded KI: Bei Edge-KI-Lösungen werden die Daten in der Nähe der Sensoren verarbeitet, was die Anwendungen energieeffizienter, schneller und sicherer macht. Embedded KI bietet mit der Vielfalt an Lösungsansätzen und den breiten Anwendungsmöglichkeiten besondere Chancen für Unternehmen aller Größen im Silicon Saxony. Der Arbeitskreis steht allen Silicon Saxony Mitgliedern offen, eine kleinere Gruppe von ca. 20 Personen bildet das Kernteam. Eine breitere Teilnahme gibt es dann im Rahmen größerer Veranstaltungen, zum Beispiel im Rahmen des Silicon Saxony Day.

Wer profitiert von den Tätigkeiten des Arbeitskreises?

Uwe Gäbler: In erster Linie profitieren unsere Mitglieder im Silicon Saxony. Das große Ziel ist es, den Weg für neue Kooperationen und Geschäftsmöglichkeiten zu ebnen und Sachsen im Bereich KI in die bundesweite Spitzengruppe zu führen.

Wie viel Potenzial steckt in Sachsen und auch besonders der Lausitz in Bezug auf KI?

Uwe Gäbler: Wir denken: eine Menge! Sachsen ist bereits spitze im Bereich der Forschung für KI. Im Bereich der Anwendungen liegen nach meiner Überzeugung besondere Potentiale beispielsweise in Bereichen wie Robotik, Energietechnik, Mobilität und Gesundheit/Medizintechnik. Die Lausitz kann man sich hier beispielsweise im Bereich von Anwendungs-Testzentren gut vorstellen.

Ist die Politik in Sachen Entwicklung des Themas KI (v.a. in Sachsen) involviert? – Wenn ja, wie muss man sich den Austausch zwischen Ihrem Arbeitskreis und der Politik vorstellen?

Uwe Gäbler: Vertreter von sächsischen Ministerien und der Staatskanzlei sind direkt Mitglied im Kernteam des Arbeitskreises, das macht die Arbeit natürlich effizienter. Wir können Themen direkt ohne Umwege adressieren. Und es macht sie spannend, weil wir sofort auch die Sichtweise aus der Politik zurück gespiegelt bekommen. Mir macht diese direkte Interaktion großen Spaß. Wir waren in dem Zuge auch intensiv mit an der Entstehung der KI-Strategie für den Freistaat beteiligt, viele unserer Handlungsempfehlungen finden sich heute in der sächsischen KI-Strategie wieder.

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