Künstliche Intelligenz (KI) ist längst im Alltag angekommen. Ob in Sprachassistenten, bei der automatischen Übersetzung oder in Chatbots, die Fragen in Sekundenschnelle beantworten. Doch hinter dieser bequemen Technologie steckt ein oft übersehener Faktor: ihr Energieverbrauch.

KI-Modelle wie Chatbots basieren auf leistungsstarken Rechenzentren, die enorme Datenmengen verarbeiten. Jede Anfrage, jede Antwort erfordert Rechenleistung – und damit Strom. Studien zeigen, dass insbesondere große Sprachmodelle (Large Language Models) mit Milliarden von Parametern einen deutlich höheren Energiebedarf haben als herkömmliche Softwareanwendungen. Der Stromverbrauch entsteht dabei nicht nur während der Nutzung, sondern auch beim sogenannten „Training“ der Modelle, also beim Erlernen der Sprachmuster aus riesigen Datenbeständen. Gleichzeitig arbeitet die Branche intensiv daran, die Effizienz von KI-Systemen zu verbessern. Neue Chip-Architekturen, optimierte Algorithmen und der Einsatz von erneuerbaren Energien in Rechenzentren sollen helfen, den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Auch Nutzerinnen und Nutzer können einen Beitrag leisten – etwa durch bewusste Nutzung von KI-Diensten und die Wahl von Anbietern, die auf nachhaltige Energie setzen.

Der Blick auf den Energieverbrauch von KI ist wichtig, um den Fortschritt der Technologie mit Klimaschutz und Ressourcenschonung in Einklang zu bringen. KI kann ein starkes Werkzeug für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit sein – wenn ihr Einsatz verantwortungsvoll gestaltet wird.

Training großer KI-Modelle
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manchmal bis zu 1.300 MWh und 500t CO2
Nutzung im Alltag
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einzige KI-Abfrage (z. B. Chatbot-Antwort) kann bis zu zehnmal mehr Energie benötigen als eine einfache Websuche bei Google
KI-Chatbots und Energieverbrauch

Der Energieverbrauch hinter KI-Chatbots

Rechenzentren weltweit
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Verbrauch aktuell rund 1,5 % des weltweiten Stroms
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Durch KI-Anwendungen könnte dieser Anteil bis 2030 auf über 3–4 % steigen
Zukunftspotenzial
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KI als Hilfe für Einsparen von Energie in Industrie, Gebäudetechnik etc.

Grafik: Kazimierz Przybysz

Autor / Autorin

  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Science Center Oberlausitz an der Hochschule Zittau/Görlitz; Betreuung betrieblicher Schwerpunktprojekte im PAL-Projekt

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