Digitale Assistenzsysteme ziehen in die Werkhalle ein – und verändern so auch den Kompetenzbedarf auf dem Shopfloor. Für viele Unternehmen heißt das: Aufgaben verändern sich schneller, als Stellenbeschreibungen angepasst und Curricula aufgesetzt werden können.
Im Projekt PAL schauen wir uns deshalb genau an, welche Kompetenzen Beschäftigte künftig brauchen, um digitale Assistenzsysteme im Produktionsumfeld sicher und sinnvoll zu nutzen. Deutlich wird: Es geht nicht nur um Technik, sondern um eine Reihe aus Fach-, Digital- und Zukunftskompetenzen.
Drei Bereiche sind dabei besonders wichtig:
- Fachwissen und Grundkompetenzen: Solides Domänenwissen bleibt die Basis. Hinzu kommen grundlegende digitale Kompetenzen und ein realistisches Verständnis davon, was digitale Assistenzsysteme leisten können – und was eben nicht.
- Kompetenzen für die Nutzung digitaler Assistenzsysteme: Dazu zählen der souveräne Umgang mit Mensch-Maschine-Schnittstellen, Grundwissen zu datenbasierten Verfahren, Datenkompetenz (vom Lesen bis zur Bewertung von Daten) sowie Prozess- und Systemverständnis. Ergebnisse digitaler Assistenzsysteme müssen eingeordnet, hinterfragt und bei Bedarf korrigiert werden.
- Überfachliche Fähigkeiten: Wenn sich Aufgaben und Abläufe immer schneller verändern, gewinnen Problemlösefähigkeit, Selbstorganisation, Kommunikations- und Teamfähigkeit an Bedeutung. Sie unterstützen Beschäftigte dabei, flexibel zu agieren und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.
Gleichzeitig zeigt sich: Gerade Beschäftigte, die stark vom Wandel betroffen sind nehmen häufig seltener an Weiterbildung teil – etwa in kleinen und mittleren Unternehmen, in Schichtsystemen oder bei hoher Auslastung.
Mitarbeitende fit für die Zukunft machen
Um digitale Assistenzsysteme erfolgreich einzuführen, ist das frühzeitige Einbinden der Mitarbeitenden notwendig: Häufig wissen sie am besten, wo das Assistenzsystem unterstützen kann, wo es stört und welche Fähigkeiten zur Bedienung fehlen. Weiterbildung wirkt besonders dann, wenn sie in den Arbeitsalltag passt – etwa durch kurze Lerneinheiten, Lernen am Arbeitsplatz oder Tandem-Ansätze im Schichtsystem. Führungskräfte spielen eine Schlüsselrolle: Sie geben Orientierung, adressieren Sorgen und schaffen Freiräume fürs Lernen. Wichtig ist, alle Beschäftigtengruppen mitzudenken, gerade jene, die selten an Qualifizierungen teilnehmen. Die Einführung digitaler Assistenzsysteme sollte daher immer als Veränderungsprozess mit klaren Zielen, Kommunikation und begleitendem Kompetenzmanagement verstanden werden und nicht als einmalige Schulung zu einem neuen Tool.
Hintergrund: Der PAL-Monitoringbericht
Im PAL-Monitoringbericht werden regelmäßig aktuelle Themen der Arbeitswissenschaft betrachtet. Die Zusammenfassungen geben einen aktuellen Stand der Wissenschaft wieder und sollen Orientierung, Argumentationshilfen und Ansatzpunkte für die betriebliche Gestaltung (insbesondere im Feld der digitalen Assistenzsysteme) bieten.